Work and Travel – Warum Neuseeland?

Work and Travel – Warum Neuseeland?

Beweggründe..

Es ist 6:00 Uhr morgens. Mein Wecker klingelt. Ein weiteres Mal versuche ich mich aus dem Bett zu quälen und in die Schule zu fahren um dort meinen Unterricht halten zu können. Draußen ist alles trist und grau. In meinen Gedanken war irgendwo anders auf der Welt, an einem weißen Sandstrand.

Dieser Gedanke kam immer öfter auf, und ich stellte mir vor wie es wäre mal aus dem Alltag auszubrechen, den Rucksack zu packen und einfach los zu reisen. Es war ja nichts Neues, dass Leute nach ihrem Abitur oder Schulabschluss nach Australien oder Neuseeland reisten. Ich war gerade beschäftigt meine Lehrproben für mein 2. Staatsexamen vor zu bereiten. Der Gedanke ein Jahr „auszubrechen“ wurde immer präsenter und ich fing an zu recherchieren.

Zuerst habe ich überlegt, ob ich jemanden in meinem Freundeskreis kenne, der mich bei meiner Reise begleiten würde. Nach mehreren Anfragen, stellte ich aber schnell fest, dass nicht einfach jeder so mal 1 Jahr Zeit hat. Alleine reisen? Und dann auch noch auf die andere Seite der Welt? Irgendwie gruselig dieser Gedanke. Zeitgleich verspürte ich aber eine unheimliche Abenteuerlust. Ich wollte neue Dinge entdecken, eine neue Kultur kennen lernen und vieles mehr. Ich war noch nie vorher alleine unterwegs, doch irgendwie dachte ich mir, dass ich das schon meistern werde.

Damit ich nicht ganz alleine bin die ersten Tage, beschloss ich mir vorher eine geeignete Reiseorganisation raus zu suchen. Im Internet bin ich dann auf „Praktikawelten“ gestoßen. Die bieten verschiedene Auslandsaufenthalte an. Für mich kam nur „Work&Travel“ in Frage. Also habe ich mit denen einen Termin ausgemacht und hatte ein Gespräch in deren Büro in München.

Ein netter, junger Mann kam mit mehreren Broschüren und ich durfte in einem Büro Platz nehmen. In diesem Büro waren überall Bilder von Leuten zu sehen, die auf einer Reise waren. Schließlich fragte er mich: „ Wo soll es den hingehen“?. Ich antwortete etwas unsicher: „Ich würde gerne ein Jahr „Work&Travel“ in Australien machen.“ Er zeigte mir also die Broschüre von Australien und erklärte mir ein paar Dinge. Nach ein paar Sätzen meinte er:

„Warum denn eigentlich Australien und nicht Neuseeland?“

Ich schaute ihn etwas irritiert an. Ich habe mich vorher noch nie wirklich mit Neuseeland auseinander gesetzt. Er berichtete mir, dass er in beiden Ländern schon war, und immer wieder Neuseeland weiterempfehlen würde.  Das Land sei ja doch etwas kleiner und etwas entspannter zu bereisen. Da ich generell offen für Neues war, habe ich also spontan beschlossen:

Meine Reise geht jetzt also nach Neuseeland.

Im März erhielt ich Post von der Regierung von Oberbayern. Ich musste angeben, wo ich nach dem Referendariat unterrichten möchte. Es gab allerdings auch einen Brief der lautete „Verzichtserklärung“. Diesen Brief musste man ausfüllen, wenn man nach dem Referendariat nicht antreten möchte. Es war schon etwas komisch, diesen Brief auszufüllen. War es sicher, dass ich danach wieder in das Beamtentum einsteigen kann? Was ist, wenn ich danach keinen Job als Lehrerin bekomme? All diese Fragen schwirrten in meinem Kopf herum. Doch irgendwie war ich davon überzeugt, dass ich das Richtige mache. Ich war viel jünger, als meine Mitstudierenden. Ich habe meine komplette bisherige Laufbahn ohne Pausen, ohne Lücken durchgezogen. Jetzt war es an der Zeit ein Jahr mein Leben so richtig zu genießen.

Die Zeit verflog. Es war plötzlich Juni, ich hatte alle Prüfungen erfolgreich absolviert.

Ich fühlte mich so frei wie noch nie zuvor.

Während alle anderen in den Sommerferien in den Urlaub gefahren sind, versuchte ich so viel Geld wie möglich zu sparen.

Schließlich war es September, alle meine Freunde, die natürlich auch alle im Lehrerberuf tätig waren, mussten wieder in die Schule. Während sich alle über den neuen Stundenplan austauschten, war ich in meinen Gedanken schon sehr weit weg. Ich war mit den Dingen wie Auslandskrankenversicherung, Flugdaten und meiner Packliste beschäftigt. Plötzlich war es November. Zwei Tage vor meiner Abreise organisierten meine Freunde eine „Überraschungs- Abschiedsparty“. Da wurde mir auf einmal bewusst, dass ich mich heute schon von den ersten verabschieden werde. Natürlich fiel mir das nicht leicht, aber ich hatte auch eine unglaubliche Vorfreude.

Ein paar Wochen zuvor, haben wir eine Liste bekommen mit den Leuten, die auch am 17. November mit der Organisation nach Auckland fliegen. Mit einem Mädchen habe ich Kontakt aufgenommen und wir haben uns in Dubai verabredet, da sie aus Frankfurt losgeflogen ist, und ich aus München. Das nahm mir schon etwas Angst. Obwohl ich sehr gerne reise, bin ich nicht unbedingt der größte Fan vom Fliegen.

Schließlich war der Tag meiner Abreise kommen. Ich habe bestimmt 10 mal meinen Rucksack geprüft, ob ich auch wirklich alles dabei habe, was auf der Packliste stand. Meine Familie und meine damalige Mitbewohnerin haben mich zum Flughafen begleitet. Es war schon ein sehr komisches Gefühl, sich jetzt für ein Jahr zu verabschieden. Es flossen natürlich auch ein paar Tränen. Ich kann gar nicht beschreiben, was in meinem Kopf vorging. Eigentlich habe ich an gar nichts gedacht. Ich blickte noch einmal zurück zu meiner Familie und bevor ich nochmal winken konnte, gingen die Türen auch schon zu …

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