Samoa – Travel Diary
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Samoa – Travel Diary

Anreise

Samoa? Habt ihr schon mal etwas davon gehört. Ich davor nicht.

Als wir 2016 in Neuseeland waren, wollte ich in der letzten Woche noch irgendwo anders hinreisen. Es gibt ja viele Inseln um Neuseeland herum, Fidschi, Tonga oder die Cook Inseln. Ich weiß nicht wieso, aber ich entschied mich für Samoa. Schließlich gingen Milena (Schwester von Mirco) und ich in ein Reisebüro und buchten uns einen Flug von Auckland nach Apia für ca. 150 Dollar.

Wir packten unseren Rucksack nur mit den wichtigsten Sachen. Alle Jacken und langen Hosen ließen wir in Neuseeland zurück. Wir hatten nur die erste Nacht in Apia gebucht, alles andere wollten wir, wie immer, spontan entscheiden.

Ankunft in Apia

Die Flughafenhalle in Apia erinnerte mich eher an eine Bahnhofshalle in einer kleineren Stadt in Deutschland. Es gab nur eine Landebahn und 3 – 4 Lebensmittelgeschäfte und 1 Souvenirshop. Ansonsten wurden wir recht herzlich von 3 Musikern aus Samoa mit hawaiianischen Hemden begrüßt. Alle wirkten sehr offen und zufrieden. Wir besorgten uns ein Taxi, dass uns zu unserer Unterkunft bringen sollte. Die Luft war richtig tropisch und ganz anders zu Neuseeland oder Deutschland. Der Taxifahrer kam sofort mit uns ins Gespräch und war ziemlich traurig, dass wir nicht bei seiner Familie übernachten wollten. Schon komisch oder? Doch die Leute hier waren einfach nur sehr gastfreundlich und herzlich.

Wir kamen an unserer einfachen Unterkunft an. Wir hatten ein Zimmer im 2. Stock. Ich muss gestehen, die erste Nacht in Samoa habe ich sehr wenig geschlafen, da die Straßenhunde ununterbrochen bellten oder kämpften.

Lalomanu Beach

Am nächsten Morgen wollten wir weiter Richtung Lalomanu Beach. Wir haben uns dort eine Unterkunft rausgesucht und direkt angerufen. Eigentlich wollten wir mit den öffentlichen Bussen dort hinfahren, aber an diesem Tag war ein „Public Holiday“. Das bedeutete, dass weder die Geschäfte offen hatten, noch die öffentlichen Verkehrsmittel fuhren. Also beschlossen wir uns ein Auto auszuleihen. Das hat super geklappt und war total einfach.

Unser erster Stopp war bei den „Papapapaitai Wasserfällen“. Wir haben diesen Wasserfall von der Weite aus begutachtet. Es war so schön anzuschauen. Um den Wasserfall herum waren nur Palmen  – sonst nichts. Unsere Fahrt ging weiter zum nächsten Wasserfall. Im „Togitogiga Wasserfall“ konnte man sich sogar abkühlen und drin baden, was bei diesen Temperaturen eine super Idee war.

Unsere Route verlief weiter über die „To Sua Ocean Trench“, was denke ich mein persönliches Highlight der Insel ist. Es ist ein riesiger Naturpool mit glasklarem blauem Wasser, einer Leiter und einer Plattform. Der Pool wird durch eine Höhle gespeist, die in erfrischend kühlem Wasser zum Meer führt. Es war richtig aufregend dort runter zu klettern und in diesem Naturpool zu schwimmen. Wieder mal durfte ich ein unglaubliches Abenteuer erleben.

Nach einigen schönen Sehenswürdigkeiten kamen wir bei den „Taufua Beach Falesan. Ich sage euch, es war das Paradies! So etwas hatte ich zuvor nur in einem Fotokalender oder auf einer Postkarte gesehen. Diese bunten Hütten nennt man in Samoa „Fales“. Sie sind seitlich offen und man kann sie mit einer Art „Bambusvorhang“ schließen. Der Sandstrand ist weiß und das Wasser türkis. Es war perfekt. Am Abend saßen alle Bewohner dieser Unterkunft an einer großen Tafel und es gab einheimisches Essen. Wir saßen noch ewig mit den Leuten an einem Tisch und tauschten uns aus. Es war ein sehr gelungener Tag!

Zurück in Apia

Am nächsten Morgen genossen wir das Frühstück und entspannten uns etwas am Strand. Das Wasser war so angenehm warm. Nach einer Kokosnuss und ein paar Stunden Entspannung am Meer, fuhren wir wieder Richtung Apia. Wir machten noch einen Abstecher zu den „Cave Pools“, was auch ein besonderer Ort war. Es war ein weiterer Pool direkt am Strand.

Dieses Mal hatten wir uns eine Unterkunft in Apia gebucht, da wir am nächsten Tag früh auf die andere samoanische Insel wollten. Samoa besteht zwei Inseln – Savaii und Upolu. Wir hatten eine Nacht im „The Samoan Outrigger Hotel“ gebucht, was eine weitere wundervolle Unterkunft war. In der Mitte war ein großer Pool und außen rum standen mehrere „Fales“, die mit einer Matratze und einem Moskitonetz ausgestattet waren.

Upolu nach Savaii

Die Fähre ging früh am Morgen nach Savaii. Die Fahrt mit der Fähre war zum Glück recht angenehm, ich werde leider oft schnell seekrank. In Savaii angekommen sahen wir erstmal einen großen Markt mit frischem Fisch, Kokosnüssen, Früchten und einheimischen Produkten. Wir haben uns für eine Unterkunft in „Manase“ entschieden namens „Tailua Beach Fales“.

Von der Fähre aus sind wir übrigens bis nach Manase mit dem öffentlichen Bus gefahren, was ein großes Erlebnis war. Die Busse waren bunt und jeder einzelne davon war individuell gestaltet. Es gab keine Fenster und Türen, alles war offen. Als wir einstiegen, war der Bus schon relativ voll. Plötzlich packte mich eine Frau und drückte mich auf ihren Schoß. Ich war komplett irritiert und wusste nicht, was gerade passiert ist. Als ich mich umsah, fiel mir auf, dass ich nicht die Einzige war, die auf einem Schoß gesessen hat. Das macht man in Samoa so. Wenn keine Sitzplätze mehr frei sind, setzt man sich also auf einen Schoß. Dann ging es weiter mit der Fahrt. Der Bus machte noch mehrere Stopps. Wir holten Lebensmittel, Holzplatten und noch vieles mehr. Immer wieder stoppte der Bus, hupte, und es kamen irgendwelche Leute, die Sachen vom Bus abholten. Es war eine Art Lieferdienst. Ich kam aus dem Staunen gar nicht mehr raus. Wir kamen ins Gespräch mit mehreren netten Leuten. Wir lernten einen Pfarrer kennen, der gleichzeitig auch ein Taxiunternehmen hatte. Er gab uns seine Nummer und meinte wir sollen Bescheid geben, wenn wir eine Fahrt benötigen. Die Menschen hier waren unglaublich nett.

Als wir in unserer Unterkunft angekommen sind, wurden wir von einer Frau begrüßt. Es war noch ein weiterer Gast vor Ort. Ein Mädchen aus Österreich. Sie nannte die Inhaberin der Unterkunft immer „Mama Lua“, und ich wusste nach kurzer Zeit auch schon warum. „Mama Lua“ war eine sehr hilfsbereite, herzliche Frau, die immer für das Wohl ihrer Gäste sorgte. Sie servierte uns am gleichen Abend noch ein einheimisches Menü, was hervorragend schmeckte.

Am nächsten Tag wurden wir mit einem Frühstück und einer Kokosnuss geweckt. Auch hier war der Strand wie in einem Bilderbuch. In der Früh gingen wir erstmal in das Meer um wach zu werden. Später beschlossen wir zu einem Teich zu fahren, wo man mit Schildkröten schwimmen kann. Die Schildkröten waren riesig und ich hatte zuvor noch nie so viele an einem Ort gesehen. Am Anfang war es etwas beängstigend, aber schon nach kurzer Zeit hatten wir uns daran gewöhnt.

Ansonsten haben wir die 3 Tage dort relativ viel entspannt und die Zeit mit „Mama Lua“ genossen. Jeden Mittag brachte sie uns eine Kokosnuss um uns zu stärken. Ich hätte noch ewig an diesem Ort bleiben können.

Doch leider war das schon der letzte Tag unserer Woche in Samoa. Ich denke auch heute noch viel an diese Insel zurück. Die Menschen, die traumhaften Strände und die Natur werde ich nicht vergessen.

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